Krieg – Stell dir vor er wäre hier

Ein leerer Flur auf dem nur ein paar Stühle stehen? Eine Sporthalle, umfunktioniert zum Auffanglager mit unfreundlichen Aufsichten? Überall Schilder, die darauf hinweisen, dass man leise sein muss, kein Handy benutzen und nichts essen und trinken darf? Lehrkräfte, die von Raum zu Raum gehen und kein Wort sagen? Zettel (Formulare) die niemand versteht, weil sie in einer unbekannten Sprache geschrieben sind? Eine Herausforderung, der sich der 9. Jahrgang stellte und die er erfolgreich bewältigte.

Und irgendwann war allen das Ziel klar: Man muss in alle Räume (Büros), um das Formular vollständig auszufüllen, inklusive Passfoto und Fingerabdruck.

Die Schüler und Schülerinnen des 9. Jahrgangs sollten einen kleinen Eindruck bekommen, wie es ist, fremd zu sein, die Sprache nicht zu sprechen und auf andere angewiesen zu sein. Sie setzten sich einer willkürlichen Behandlung aus und stießen teilweise an ihre Grenzen, wenn sie sich brav in einer Schlange vor einem Raum aufstellten und trotzdem jemand anderes in den Raum gebeten wurde.

Wer sein Formular vollständig ausgefüllt im letzten „Büro“ abgegeben hatte, erhielt das Buch „Krieg – Stell dir vor er wäre hier“ von Janne Teller, welches wie ein Reisepass aussieht.

In den folgenden Tagen beschäftigten sich die Schüler und Schülerinnen auch anhand der Geschichte des Buches in verschiedenen Projekten mit dem Thema Flucht.

So konnten sie aus Ytong-Steinen einzelne Buchstaben schneiden, die dann selbstgewählte Begriffe wie zum Beispiel „Freunde“, „Heimat“, „Toleranz“, „Spaß“, „Frieden“ oder „Vertrauen“ ergaben.

Eine anderes Projekt war die Auseinandersetzung mit dem Begriff „Heimat“, dem sich die Schüler und Schülerinnen ganz unterschiedlich widmeten: als Bild, als Gedicht oder als Sammlung verschiedener Assoziationen.

Beim letzten Projekt erarbeiteten sie das Lied „Die Gedanken sind frei“, wobei abschließend die drei Kleingruppen als großer Chor zusammengesetzt wurden.

Ihren Höhepunkt und Abschluss fand diese Woche in einem gemeinsamen Elternabend, auf dem ein Teil der Projekte von den Schülerinnen und Schülern vorgestellt wurde.

Die Ergebnisse dieser Einführungswoche, die durch weitere Projekte wie Wandgestaltung und Collagen zum Thema Krieg ergänzt wurde, gestalten jetzt unseren Jahrgangsflur.

 

 

 

 

 

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