Jihad Baby!

Im Rahmen des diesjährigen Programms von „Kultur ist Kult“ stand für die 10 Klassen eine Theatervorstellung des Schauspielkollektivs – Neues Schauspiel Lüneburg in der Aula auf dem Programm. Wie der Titel dieses Artikels war auch der Titel des Theaterstücks zum Thema islamistische Radikalisierung: „Jihad Baby“
Das Theaterstück „Jihad Baby!“ verdeutlichte, losgelöst von Religion, die Mechanismen von Radikalisierung und stellte die Bedürfnisse und Sehnsüchte junger Menschen, die zur Zielgruppe von Extremisten werden, in den Vordergrund. Diese Losgelöstheit von der Religion, dem Islam, stellte eine  Mitarbeiterin am Anfang deutlich dar und wies die Schülerinnen und Schüler darauf hin, das es in ihrem Zusammenhang um die Islamisierung als politische Ideologie gehe.
In dem Stück ging  es um einen Berliner Schüler Jona. Ihm gingen seine Lehrer und Eltern mit ihrer geheuchelten politischen Korrektheit und ihrem oberflächlichen Lebensstil ziemlich auf die Nerven. Er suchte nach Ablenkung, schwänzte die Schule, experimentierte mit Drogen, was ihm weitere Probleme bereitete.

Sein Freund Musa nahm ihn dann eines Tages mit in die Moschee. In der Gemeinschaft dort fühlte er sich unerwartet wohl und Jona kam gerne wieder.
Zuhause sah er sich immer öfter Videoposts von einem muslimischen Prediger an und war fasziniert. Schließlich konvertierte er zum Islam.

 

 

Dann lernte Jona jedoch über Musa eine Gruppe junger Männer kennen, die gemeinsame Aktionen planten, den „Drogenpark“ von Junkies „säuberten“, in die Fußgängerzone gingen, in der Stadt Präsenz zeigten.
Das war aufregend und die ablehnenden Reaktionen seines Umfeldes ermutigten Jona, belustigten ihn sogar. Doch dann verliebte er sich in die selbstbewusste Jenny, die ebenfalls Probleme mit ihrer Familie zu haben schien. Aber eine Beziehung mit ihr war natürlich ein Tabu. Diese Regel zu befolgen, fiel ihm schwer.

 

Aber die Strenge des Glaubens und der familiäre Umgang unter den Brüdern gaben ihm Halt. Einen Halt, den er nicht verlieren wollte. Musa nahm ihn schließlich mit zu einem privaten Treffen, bei dem es um den wahren Glauben, einen „richtigen” Kampfeinsatz im Namen Allahs gehen sollte.

 

 

Die anfängliche Begeisterung Jonas kippte langsam, er wurde skeptisch.

 

 

 

Wie es Jona erging, ob er es wirklich wollte und ob er aus dieser Situation zurückkam, erlebten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen und konnten im Anschluss in einer Fragerunde Unklarheiten beseitigen.
Anschließend bearbeiteten die Mitarbeiter des Schauspielkollektivs gemeinsam mit den Klassen und Klassenlehrkräften das Thema „Radikalisierung“.
Gemeinsam suchten sie nach möglichen Gründen für Jonas Verhalten.
Die Problematik wurde mit folgenden Fragen bearbeitet:
Was macht junge Menschen anfällig für Radikalisierung?
Wie ist es dazu gekommen, dass Jonas sich radikalisiert hat?
Was ist attraktiv an extremistischen Gruppen?
und
Was versprechen sie?